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Ein Garten nach historischem Vorbild - Kloster Seligenstadt (Teil 2)

Ganz in der Nähe zur Apotheke zogen die Mönche eine Vielfalt von Heilpflanzen. Heute liegt die Planung, Aufzucht und Pflege des historischen Gartens in Händen von Frauen und Männern wie Sven Meißner. Seit dem Jahr 2001 ist der Zierpflanzengärtner im Kloster tätig und eng mit dem Ort verbunden: „Der Garten ist eine Augenweide, hat zu jeder Jahreszeit seinen eigenen Charakter.“

Schönes mit Nützlichem zu verbinden gehört zu den Leitbildern der Benediktiner – heute wieder zu sehen im Konventgarten der Abtei, der sich vom Apothekergarten in Richtung Osten erstreckt und so möglichst viel Sonne abbekommt. Umgeben ist die Anlage von einer 700 Meter langen Klostermauer, die Menschen und Pflanzen gegen Wind und Kälte abschirmt. Die kurze Seite grenzt Richtung Norden an den Main.

Lüft und Meißner begutachten eine üppige Rhabarberpflanze. Etwa ein Drittel der Abtei diente den Benediktinern als Nutz- und Ziergarten, wo sie Gemüse, Salate und Kräuter kultivierten, um den Klosterhaushalt zu versorgen. Unter Abt Franziskus I. lebten dort ab dem Jahr 1685 zwei Dutzend Mönche mit an die 70 Bediensteten. Hinzu kamen durchreisende Gäste sowie die regelmäßigen Armenspeisungen. Nur dank außenliegender Besitztümer für Land- und Viehwirtschaft kam genug für den Eigenbedarf zusammen. Dabei erhielt der Konventgarten immer mehr den Charakter eines Labors, in dem die Mönche die optimalen Bedingungen für eine gute Ernte erprobten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm das Land Hessen mit seinen Verwaltungen der staatlichen Schlösser und Gärten den gesamten Komplex und legte acht Kompartimente an, zunächst als Rasenflächen. Dies entspricht der Aufteilung, die nach dem – auch für das Klosterleben – verheerenden Dreißigjährigen Krieg entstanden war. Mit den 1960er-Jahren begannen Hofgärtner, die Anlage nach altem Vorbild wieder aufzubauen. Ein Kupferstich von Johann Stridbeck aus dem Jahr 1712, der das Kloster detailgetreu abbildet, diente als Vorlage für die Rekonstruktion. Vier der Kompartimente dienen nun wieder als Nutz- und Ziergarten. Gemüse wie Möhren, Lauch und Sellerie gedeihen hier in Mischkultur, eingerahmt von Kräutern wie Salbei, Thymian und Schnittlauch.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Ein Garten nach historischem Vorbild - Kloster Seligenstadt (Teil 1)

Nächster Teil der Artikelserie:
Folgt in Kürze.

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Veröffentlicht am 25.01.2019

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