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Ein Garten nach historischem Vorbild - Kloster Seligenstadt (Teil 1)

Die ehemalige Benediktinerabtei Seligenstadt ist eine der wenigen nahezu komplett erhaltenen Klosteranlagen in Hessen. Mitten darin liegt ein besonderer Schatz: eine historische Apotheke. Petrus IV. Schultheis ließ sie im Jahr 1720 neben dem Torbogen einrichten. Anlass gab das 900-jährige Jubiläum des Klosters. Der Abt war selbst von der Gicht geplagt und schätzte vor allem die heilende Wirkung der Kräuter, die im eigenen Garten kultiviert wurden.
Neben der Selbstversorgung kamen die Seligenstädter Mönche mit Kräutergarten und Apotheke vor allem ihrer Hospitalitätspflicht nach: Sie stellten Medikamente für die Menschen der Umgegend her. Später erwuchs daraus die Amtsapotheke. „Das war ein genialer Schachzug“, erklärt Uschi Lüft bei einer Führung durch die Apotheke. Die gebürtige Seligenstädterin gibt ihr Wissen gern weiter, zumal sie die vielzähligen Besucher des Klosters als wirklich interessiert erlebt. „Hier kann man tatsächlich viel lernen über die Bedeutung der Medizin in den Benediktinerklöstern“, erklärt die fröhliche Frau, die einen Teil ihres Wissens aus einer Lehre im Reformhaus speist.

„Mit der Amtsapotheke brachten die Mönche ihr medizinisches mit dem weltlichen Wissen unter einem Dach zusammen“, so Uschi Lüft. Während die Mönche mit Kräutern arbeiteten, um Kräfte zu stärken und Leiden aller Art zu lindern, setzten Mediziner bereits Mineralstoffe, Metalle sowie tierische und menschliche Bestandteile ein. Da die Apotheke in Händen eines „Weltlichen“ lag, konnte hier beides vereint werden. Ein weiterer Pluspunkt: Die Amtsapotheke entrichtete Miete an die Abtei und besserte so deren Kasse auf.

Allerlei „Drogen“ warteten in den vielzähligen Schubfächern auf Kunden. „Drogen bezeichnen ursprünglich getrocknete Heilpflanzen, entlehnt aus dem mittelhochdeutschen Wort für trocknen“, erklärt Lüft. In der Materialkammer, der Offizin, warteten die Zutaten darauf, im Laboratorium geröstet, gekocht, geschmolzen oder destilliert zu werden. Sogar Konfekt und Marzipan, Farben und Tinten entstanden hier. Ein ehemaliger Warteraum wird heute für Museumspädagogik genutzt. Die Kunden der damaligen Zeit bekamen die Apotheke jedoch nie von innen zu sehen. Sie bestellten und bezahlten ihre Ware an der Türe.

Nach der Säkularisierung des Klosters wurde die Apotheke zunächst in Pacht weitergeführt. Im Jahr 1805 zog sie aus Platzgründen aus und wurde zur „Stadtapotheke“, die heute noch am Marktplatz zu finden ist. Die historischen Räume der Klosterapotheke sind seit dem Jahr 2002 nach einer Restaurierung – zum Teil mit Leihgaben aus dem Deutschen Apotheken-Museum Heidelberg – wieder zu besichtigen.

Nächster Teil der Artikelserie:
Folgt in Kürze.

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Veröffentlicht am 02.11.2018

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