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Ein Garten nach historischem Vorbild - Kloster Seligenstadt (Teil 3)

Der Apothekergarten, der zur Abtei hin am Konventgarten liegt, zeigt die Bedeutung der Medizin in den Benediktinerklöstern. Er ist von Gamander umrahmt, der den drei hier heimischen Bienenvölkern als Weide dient. Regelmäßig lädt Uschi Lüft kleine und große Besucher ein, die Kräuter mit allen Sinnen zu genießen – sehen, fühlen schmecken. „Aber hier gilt wie in der freien Natur: Nur anfassen oder gar essen, was ich zweifelsfrei kenne“, erklärt Lüft eindringlich. Liebevoll beschriftete Schilder in den Beeten zeigen den Besuchern, was dort wächst. Wer mit Uschi Lüft unterwegs ist, kann zudem einige der Rezepturen kosten, die in dem Bildband „Man rühre drei Ave Maria lang“ in Verbindung mit der Klostergeschichte verewigt sind. Beispielsweise die „Trostkekse mit Salbei“.

Salbei gehört wie Ringelblumen und Minze zu den unbedenklichen Kräutern mit einfacher Wirkung. Sie verfeinern Speisen und sorgen zugleich für deren Bekömmlichkeit. Beispielsweise die Zutaten des Klosterbrotes, das einmal pro Woche hier gebacken wird mit einer aus der Apotheke überlieferten Mischung aus Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander und Kardamom. Andere Kräuter zeichnen sich durch eine starke Wirkung aus, etwa Tollkirsche oder Schierling. „Hier kommt es auf die richtige Zubereitung und Dosierung an“, so Lüft. „Das ist eine Sache für Fachleute.“

Um Kräuter zu konservieren, wurden sie auch in Wein eingelegt. Eine fruchtbare Verbindung, aus der Muskateller und Gewürztraminer hervorgingen. Indem Mönche Wein zum Brand destillierten und mit Kräutern versetzten, entstanden Brände, die mehr der Gesundheit als dem Genuss dienen sollten. Sie zählten zu den wichtigen Einnahmequellen der Klosterapotheke.

Vor allem im Sommer sind Kräuter und Blumen im Kloster Seligenstadt nicht nur eine Augenweide, sondern verbreiten auch herrliche Düfte. Rosensträucher zieren die Wegkreuze, Obstbäume zwischen den Rabatten werden zweimal pro Jahr geschnitten, damit sie klein bleiben und nicht den Blick über den Garten verstellen. In der Nähe der Bäumchen ist immer ein Strauch Lavendel zu finden. „Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern ist überaus nützlich“, erklärt Uschi Lüft. „Die Kräuter halten Schädlinge fern.“ Da ist es wieder, das Prinzip, Nützliches mit Schönem zu verbinden. Und wenn sie geerntet sind, dienen die kleinen Sträuße aus Lavendel allerlei Zwecken im Haushalt, wie getrocknet im Kleiderschrank zu duften und Motten fernhalten.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Ein Garten nach historischem Vorbild - Kloster Seligenstadt (Teil 2)

Bildgalerie


Veröffentlicht am 08.03.2019

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