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Der Park ist wie eine Zeitreise - Schlossgarten, Bad Homburg (Teil 2)

„Wir wollen den Garten wieder so aufleben lassen, wie er früher aussah“, bringt Mark Winzer seinen Job als Schlossgärtner auf den Punkt. „Der Park ist wie eine Zeitreise.“ Seine Arbeitstage verbringt der junge Mann in den ehemaligen Landgräflichen Gärten, die sich unterhalb des Bad Homburger Schlosses erstrecken. Auf einer mittelalterlichen Ruine 1680 als „Friedrichsburg“ erbaut, lies Landgraf Friedrich II. einen Barockgarten mit Orangerie um das Schloss anlegen. „Teile davon sind erhalten“, erzählt Winzer. „Und wir pflegen ihren historischen Charakter.“ Im oberen Schlosshof steht zudem der Bergfried, der als „Weißer Turm“ das Wahrzeichen Bad Homburgs ist.

Als von 1748 bis 1820 Landgraf Friedrich V. und die Gräfin Caroline in Bad Homburg residierten, kamen englische Landschaftsgärten in Mode. Johann Adam Wittmann gestaltete eine solche Anlage samt Weinberg im Westen und Süden des barocken Lustgartens. Darin ein Rokoko-Bosquet, dessen verschlungene Wege zu Goethes Ruh führen. Dieser Gartenplatz mit einem Häuschen erinnert an den Besuch des Dichters 1772. Zudem entstand die „Phantasie“, ein natürlich wirkendes Ensemble unter anderem mit einem Teehäuschen. Dieser Platz zählt zu den Lieblingsorten von Mark Winzer. „Vor allem im Frühling, wenn noch nicht alles beschnitten ist.“

Mit der aus dem englischen Königshaus eingeheirateten Elisabeth, Gattin des Landgrafen Friedrich VI., zogen exotische Pflanzen in Bad Homburg ein. Davon zeugen zwei 1820 gepflanzte Libanonzedern, die heute vor der Rosenterrasse zu bewundern sind. Dieser Teil des Schlossparks wird als formaler Barockgarten erhalten. 1866 fällt die Landgrafschaft Hessen-Homburg an Preußen. Schloss und Garten in Bad Homburg werden zu einer der vielen Sommerresidenzen der Preußischen Könige und Kaiser. Besonders Wilhelm II. und seine Familie kamen oft in die Kurstadt. Der Hofgärtner Georg Karl Merle prägt den Park im angesagten Stil der Lenné-Meyerschen Schule.

Mark Winzer fragt sich bei seiner Arbeit ständig, was er noch verschönern kann. Das historische Erbe sei nicht immer leicht zu bewahren – auch vor dem Hintergrund des klimatischen Wandels. „Insbesondere der Kampf gegen Wühlmäuse und andere Schädlinge ist schwierig angesichts der zu milden Winter.“ Ein Glücksfall für die Gärtner ist das eigene Wasser aus Oberstetten. „So können wir auch in den inzwischen sehr trockenen und heißen Sommern alles grün halten“, berichtet Winzer. Eine elektronisch gesteuerte Beregnungsanlage berieselt die Pflanzen des Nachts, so dass die Besucher die üppige Pracht des Bad Homburger Schlossgartens das ganze Jahr über bewundern können.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Der Park ist wie eine Zeitreise - Schlossgarten, Bad Homburg (Teil 1)

Nächster Teil der Artikelserie:
Der Park ist wie eine Zeitreise - Schlossgarten, Bad Homburg (Teil 3)

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Veröffentlicht am 08.02.2018

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