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Aufstieg und Fall eines Machtzentrums - Kloster Lorsch (Teil 2)

Das Kloster prägte und beeinflusste also die ökonomische Infrastruktur der gesamten Region, doch vergisst man darüber leicht, dass es in dieser Zeit mit seinen drei herausragenden Bibliotheken vor allem als wichtiger Ort der Verdichtung und der Vermittlung von Wissen fungierte. Und so hält es Dr. Schefers für keinen Zufall, dass in diesem von Lorsch beherrschten Raum 1386 in Heidelberg die erste deutsche Universität gegründet wurde: „Lorsch war wie ein Magnet erreichbaren Wissens seiner Zeit. Das frühe Mittelalter und im speziellen die Karolingerzeit, in die die Gründung und Aufbau der Bibliothek des Klosters Lorsch fällt, gilt als Schwellenepoche zwischen Antike und Mittelalter. Man rezipiert die Antike, schaut also in die Vergangenheit, um die Gegenwart zu gestalten und seiner Vorstellungswelt eine Zukunft zu geben – zu dieser Zeit ein unglaublich innovativer Prozess. Um 790 durfte man sich noch problemlos Gedanken um die Kugelgestalt der Erde machen, ohne sich vor kirchlichen Autoritäten fürchten zu müssen. Es herrschte zur Zeit der Gründung des Klosters ein Klima großer geistiger Freiheit.“
Im Skriptorium des Klosters wurden im Laufe seiner Entwicklung Hunderte Schriften verfasst und als Auftragsarbeiten vervielfältigt. Die klostereigene Bibliothek umfasste mehrere Tausend Texte und dreihundert Handschriftenbände, die heute auf der ganzen Welt verstreut sind. Sie zeugen von der Bedeutung und Größe des Skriptorium und der Bibliothek des Klosters. Einzig eine einzelne Seite aus einem alten Testament des 8. Jahrhunderts befindet sich heute nach einem Ankauf im Jahre 2012 wieder im Besitz des Klosters Lorsch.

Dr. Schefers, Leiter des Weltkulturerbes Kloster Lorsch, begann bereits in den 1990er-Jahren mit dem Zusammentragen aller erkennbar in Lorsch entstandenen Schriften, die zuvor von dem Paläografie-Experten Bernhard Bischoff zugeordnet werden konnten, und widmet sich nun der inhaltlichen Auswertung der Schriften. Denn eine Frage treibt Dr. Schefers um: Welches Wissen konnte sich ein Lorscher Mönch in der Blütezeit des Klosters aneignen?

Nächster Teil der Artikelserie:
Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte - Kloster Lorsch (Teil 3)

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Veröffentlicht am 04.01.2019

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