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Aufstieg und Fall eines Machtzentrums - Kloster Lorsch (Teil 3)

Während das Kloster Lorsch um 1200 seine letzte Blütezeit erlebt, gerät es in der Folge zwischen die Mahlsteine der großen Politik und wird über einem Streit des Kurfürsten Heidelbergs mit dem Erzbischof von Mainz mit einem Schlag bedeutungslos. Der Abstieg des Klosters geschieht ebenso schnell wie sein Aufstieg. Als 400 Jahre später spanische Truppen die Klosteranlage verwüsten, war das Kloster bereits seit Jahrzehnten aufgelöst.
Wenige Überreste – die Torhalle aus der Zeit um 900 und das westliche Fragment des Mittelschiffs der romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert – sind alles, was heute von der blühenden Stätte monastischen Lebens sichtbar blieb. Die Torhalle ist heute das einzige noch komplett erhaltene Bauwerk spätkarolingischer Zeit in Europa.

Mit dem Antrag in den 1990er-Jahren, als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt zu werden, wuchs auch der Wunsch nach Sichtbarem, wenigstens aber doch der Wunsch nach einer digitalen Rekonstruktion des Klosters nach historischem Vorbild, was sich jedoch als unerreichbar herausstellte, da es vom Kloster nur eine historische Abbildung von Matthäus Merians des Älteren aus der Mitte des 16. Jahrhunderts gibt. Diese zeigt jedoch nur den späten Zustand des Klosters, Abbildungen aus der Zeit um Karl den Großen oder der Blütezeit des Klosters um 1200 fehlen. Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten hat sich deshalb über viele Jahre unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie man dem eigenen Anspruch an bildlicher Vorstellung des Klosters gerecht werden kann. Dr. Schefers erklärt dazu:
„Über viele Jahre haben wir uns in dieser Richtung Gedanken gemacht – selbst auf hypothetischer Basis –, doch auch hier stand immer die Frage im Raum, welchen baulichen Zustand man abbilden würde, da das Kloster sich seinerzeit über die Jahre mit jeder Bauperiode veränderte. Dass wir auf Knopfdruck kein brauchbares Bild vom Kloster Lorsch abrufen können, ist zugegebenermaßen eine frustrierende Erfahrung, gleichzeitig birgt es aber auch die Chance, die inhaltliche Auseinandersetzung voranzutreiben. Was andere Häuser in Denkmalpflege investieren, können wir in den Ausbau der Forschung und die Vermittlung unseres Wissens stecken. Heute haben wir uns zu einer anderen Haltung durchgerungen, die akzeptiert, dass es keine brauchbare Abbildung des Klosters gibt. Wir vergleichen das heutige Gelände eher mit der Auslage eines Juweliers, dem die Schmuckstücke abhandengekommen sind. Geblieben sind die sanften Abdrücke des Schmucks, die in unserem Fall die Umrisse des damaligen Klosters modellieren.“
Und vielleicht schließt sich damit der Kreis der Geschichte, und man wird mit dieser Idee, der des Klosters als Hort der Ruhe und Stätte der Kunst und des Wissens mehr als gerecht.



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Veröffentlicht am 15.02.2019

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