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Aufstieg und Fall eines Machtzentrums - Kloster Lorsch (Teil 1)

Klöster – seit Jahrhunderten gelten sie als Horte der Ruhe, Stätten der Kunst und des Wissens, als Zufluchtsstätten und Rückzugsorte. Mythen und Legenden ranken sich um die Geistes- und Machtzentren der Kirche, dabei ist vor allem ihre wirtschaftliche Bedeutung im Mittelalter gar nicht hoch genug zu bewerten.
Über Jahrhunderte genoss das Kloster Lorsch den Ruf eines solchen Machtzentrums und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Orte des frühen Mittelalters in Deutschland. Das seinerzeit mächtige Kloster in der heute eher kleinen, verträumten hessischen Kleinstadt war Keimzelle und Mittelpunkt einer wahren Kulturlandschaft und übte seinerzeit großen Einfluss aus auf die wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region und weit darüber hinaus.

Noch als Eigenkirche einer der bedeutendsten Familien des Hochadels – der Rupertiner, oder „Robertiner“, wie sie heute bekannt sind – im Jahre 764 gegründet und anschließend verschenkt an den Erzbischof Chrodegang von Metz, der in dieser Zeit der einzige Erzbischof nördlich der Alpen war, entwickelte sich das Kloster nach einer Überbringung bedeutsamer Reliquien durch Papst Paul I. rasant zu einer bedeutenden Pilgerstätte. Durch einen Rechtsstreit über die Besitzverhältnisse und einer damit verbundenen Schenkung an König Karl den Großen wandelte sich das kleine Adelskloster zu einem Königskloster mit weitreichendem Einfluss.

„Das Kloster bestand in dieser Zeit aus 3,5 Hektar dicht überbauten Geländes mit einer eindrucksvollen Kirche, diversen Bauten, die dem liturgischen Gebrauch dienten, und einer Klausur, in der 50 bis 100 Mönche lebten, erklärt Dr. Schefers, Leiter des Fachgebietes des Weltkulturerbes Kloster Lorsch. Er ist Spezialist für das europäische Frühmittelalter, und seine Ausführungen geben einen detaillierten Einblick in die weitere Entwicklung des Klosters: „Die Bedeutung des Klosters kann man schon allein daran ablesen, dass es später im 11. Jahrhundert im Mittelrheingebiet fast über so etwas wie einen Binnenmarkt mit eigenem Geld und Marktorten verfügte. Man muss sich das Kloster Lorsch in dieser Zeit als eine Art Konzern mit einem Abt an der Spitze vorstellen. Etwa 4600 Besitzungen und Einkünfte aus über tausend Orten in sechs europäischen Staaten waren damals Eigentum des Klosters. Die Binnenkolonisation einiger Mittelgebirge im 11. Jahrhundert wäre ohne die Klöster nicht vorstellbar. Die dort entstehenden Wirtschafts- und Siedlungsräume wurden vor allem vom Kloster Lorsch beeinflusst.“

Nächster Teil der Artikelserie:
Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte - Kloster Lorsch (Teil 2)

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Veröffentlicht am 19.10.2018

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