Mittelalterliches Relikt der Stauferzeit - Burgruine Münzenberg (Teil 2)
Ein bedeutendes Bauwerk der Romanik entstand, von dem heute unter anderem der staufische Palas und der Ostturm noch zu sehen sind. Das Portal im ersten Obergeschoss des Palas ist vollständig erhalten. Der Hocheingang zum Turm kann heute entlang der zum Burghof angrenzenden Mauer über Treppen erreicht werden. Hier sind die Mauern fast drei Meter dick und nehmen nach oben hin ab. Innen führt eine freistehende Treppe aus Eichenholz 98 Stufen hinauf auf knapp 30 Meter Höhe. Die Aussichtsplattform eröffnet den Blick über die Burganlage, das angrenzende Münzenberg und die Wetterau.
Die weitere Entwicklung der Münzenberger Burg, regional auch Münzenburg genannt, stand im Zeichen der Gotik: Ende des 13. Jahrhunderts fiel der Besitz an unterschiedliche Erben, unter anderem den Grafen von Falkenstein. Die Familie begann damit, auf der Nordseite einen neuen Palas mit Wirtschaftsbauten zu errichten und den Westturm fertigzustellen. Um mehr Platz zu schaffen und sich zugleich vor neuen Waffen zu schützen, verschlossen die neuen Burgherren die Zinnen der Ringmauer. So schufen sie einen neuen, vorgelagerten Wehrgang.
Im Südwesten entstand ein Hirschgarten, in dem Wildtiere gehalten wurden. Von dem 1260 zur Stadtseite hin erbauten Palas zeugen heute noch zwei Giebelwände. 36 Jahre später verließen die von Falkensteins Münzenberg wieder. Die Burg ging nun in ihrer Gänze und samt ihrer Ländereien in den Besitz derer von Solms über. Doch erst 125 Jahre später, im Jahr 1424, kehrte auf der Burg wieder neues Leben ein. Bernhard zu Solms-Braunfels ließ das heutige Mitteltor errichten und den romanischen Teil der Burg zeitgemäß spätgotisch umgestalten. Ein unter der alten Kapelle liegender Tunnel wurde erweitert und einige Batterietürme in der äußeren Ringmauer ergänzt, die noch erhalten sind. Trotzdem konnte die Burg Münzenberg dem Dreißigjährigen Krieg nicht standhalten: 1621 zogen dort die spanischen Habsburger ein. Am Ende des Krieges 1648 zeugten nur noch Ruinen von den einst stattlichen Gebäuden.
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Veröffentlicht am 16.03.2018
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