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Für die Ewigkeit - Einhardsbasilika, Michelstadt-Steinbach (Teil 2)

Das liegt daran, dass Einhard, der Erbauer, mit seinem Werk nur Ärger hat. Kaum sind die beiden Heiligen da, plagen ihn der Überlieferung nach Alpträume. Im Schlaf befehlen die beiden Patronen Einhard, sie nach Seligenstadt zu bringen. Einhard gehorcht, baut ihnen dort eine neue Kirche – und schenkt Sigrid Floch damit einen Schatz, der ihr mehr als 1000 Jahre später noch Freude bereitet. „Die Kirche in Steinbach wurde nicht zum Wallfahrtsort, musste nie wirklich umgebaut werden und blieb uns weitgehend im Original erhalten.“ In Flochs Stimme schwingt Begeisterung mit. Denn anstatt zum Wallfahrtszentrum zu werden, gerät die Basilika in Michelstadt-Steinbach , so ganz ohne heilige Gebeine, weitgehend in Vergessenheit. Erst im 19. Jahrhundert beschäftigt sich der Darmstädter Kunsthistoriker Georg Schäfer mit dem Gemäuer, datiert es und rekonstruiert seine Geschichte. „Bis dahin dachte man in Michelstadt, die Basilika sei dort gebaut worden, wo heute die evangelische Kirche des Ortes steht.“ Erst erhält ein Zufall die Kirche, dann wird sie per Zufall wiederentdeckt. Damit beginnt das, was Floch einen ständigen „Veränderungs- und Verbesserungsprozess“ nennt; die Kirche bleibt zwar weitgehend erhalten, doch die Zeit hinterlässt trotzdem ihre Spuren an der Basilika.

In den 60er-Jahren lebt das Interesse an historischen Gebäuden wieder auf, die Basilika geht in den Besitz des Landes Hessen über. „Man musste die Seitenschiffe aufbauen“, sagt Floch. Die Kirche neigte sich damals, Teile der Mauer drohten einzubrechen. Heute prangt an den neu aufgebauten Wänden die Jahreszahl 1973. „Wir wollen erhalten, aber auch zeigen, was wir neu machen“, erklärt Floch. Kein Etikettenschwindel.

Seit neun Jahren begleitet Floch diesen Veränderungs- und Verbesserungsprozess. Dach und Mauer sind vor ihrer Zeit erneuert worden, genug zu tun gibt es dennoch. Das Grundstück um die Basilika ist groß. Es ist gepflegt, ordentlich angelegt. Gerade Wege mit weißen Steinen, akkurate Rasenränder. Bald wird soll es noch erweitert werden. Sigrid Flochs jahrelange Arbeit hat sich gelohnt: Heute ist die Kirche wieder in das Bewusstsein der Leute gerückt, Jahr für Jahr kommen mehr Besucher. 10.000 etwa waren es 2016. Alle mussten sie bei Sigrid Floch und Rico vorbei, ein Ticket abholen. „Ich komme mit vielen Gästen ins Gespräch“, sagt sie. „Die kommen aus der ganzen Welt.“ Alaska, Brasilien, egal, von überall eben. Auch Architekten sind dabei. Sie bestaunen eine Kirche in bestem Zustand.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Für die Ewigkeit - Einhardsbasilika, Michelstadt-Steinbach (Teil 1)

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Veröffentlicht am 10.05.2019

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