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Für die Ewigkeit - Einhardsbasilika, Michelstadt-Steinbach (Teil 1)

Rico bellt. Der Jack-Russel-Terrier will nicht auf Sigrid Flochs Arm, doch er hat keine Chance. Nachdem Floch das große Tor geöffnet hat, muss er. Dabei hat Rico hier alles im Blick. Mit seinem Frauchen steht er nun am Eingang der Einhardsbasilika in Michelstadt-Steinbach in Hessen und mustert die Besucher. „An ihm muss jeder vorbei“, sagt die und streichelt den kleinen Hund. Sigrid Floch und Rico sind hier zuhause, Floch verwaltet die Kirche, die Einhard im 9. Jahrhundert bauen ließ, Rico unterstütz sie dabei. Hier wollte Einhard sich begraben lassen, neben den beiden Heiligen Petrus und Marcellinus, die hier ebenfalls die letzte Ruhe hätten finden sollen. Wenn denn alles nach Plan gelaufen wäre. Heute steht man in der Krypta der im romanischen Stil gebauten Kirche, vom Grab Einhards keine Spur. Einhards Träume wurden nie Wirklichkeit.

Doch wer war der Erbauer? „Einhard“, erklärt Floch, „hat als Verwaltungsangestellter im Frankenreich angefangen.“ Er stieg schnell auf: Erst beriet er Karl den Großen, dann dessen Sohn, Ludwig den Frommen. Dieser schenkte ihm zum Dank für seine Verdienste die Gegend um das heutige Michelstadt. Die Gegend also eine Schenkung, die Einhard offenbar zu schätzen wusste, denn: Hier wollte er bleiben. Zehn Jahre lang soll er sich mit dem Bau der Kirche beschäftigt haben. Als sie fertig war, schickte er einen Vertrauten nach Rom, der dort Reliquien zum Abrunden des Baus holen sollte. Ratleik, der Vertraute, kam im Jahr 827 mit den Gebeinen von Petrus und Marcellinus zurück, die beiden Märtyrer sollten in Michelstadt-Steinbach wieder bestattet werden und Einhards Kirche Glanz verleihen. „Können Sie sich das vorstellen?“, fragt Floch und wirkt selbst noch erstaunt.

Die Basilika ist heute ihr Reich. Sigrid Floch macht hier, sagt sie, „fast alles“: Wenn das Dach oder der gestampfte Lehmboden gerichtet werden müssen, sorgt sie dafür, das es geschieht. Sie führt Besucher herum, sie verwaltet das Anwesen. In den neun Jahren, die sie nun hier arbeitet, ist sie zur Expertin geworden; ihr riesiges Wissen teilt sie mit Besuchern, ohne dabei zu wissenschaftlich zu klingen. Floch ist gelernte Verkäuferin, und verkaufen kann sie. Spricht Floch über Einhard und seine Basilika, fallen Wörter wie „Schatz“, Wörter wie „Kostbarkeit“ und „unbedingt schützenswert“ – aber es sind nicht nur die Sätze einer Angestellten, die hier ihren Job macht. Es sind Worte einer liebenden Freundin, die schon neben der Kirche gelebt hat, lange bevor sie als Verwalterin im Auftrag der Verwaltung der Hessischen Schlösser und Gärten angefangen hat. Einhards Basilika ist Sigrid Flochs Basilika.

Nächster Teil der Artikelserie:
Für die Ewigkeit - Einhardsbasilika, Michelstadt-Steinbach (Teil 2)

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Veröffentlicht am 29.03.2019

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