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Ein monumentaler Garten - Osteinscher Niederwald, Rüdesheim (Teil 1)

Eigentlich ist der Osteinsche Niederwald gar kein Wald. Es ist ein Garten, wenngleich ein monumentaler mit sehr vielen Bäumen. Dieses landschaftliche Kleinod gilt als frühestes Beispiel landschaftlicher Parks in Deutschland und umfasst heute stolze 304 Hektar. Mit dem Grafen Johann Friedrich Karl Maximilian von Ostein (1735-1809) hatte die Anlage einen kunstsinnigen Schöpfer, der mit einem geerbten Vermögen von rund 1,4 Millionen Gulden im Rücken, anno 1764 die ersten baulichen Schritte einleitete, um eine gezähmte Wildnis voller inspirierender Überraschungsmomente zu schaffen. Heute gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Graf Ostein ließ zunächst das Herrschaftliche Haus erbauen und nutzte das umliegende Gelände am mittleren Rhein für die Jagd. Als umsichtiger, belesener Mann verfolgte er die kulturellen Strömungen der Zeit aufmerksam. So entging ihm auch die Mode der Landschaftsgärten nicht, die ihren Siegeszug von England aus durch Europa antrat. Von ihr inspiriert, begann er jedoch, etwas ganz eigenes zu schaffen. Zwischen 1774 und 1777 ließ er – quasi als dekorative Maßnahme und ausgerichtet auf die besondere Topographie des Niederwalds – einige Holzbauten errichten. Diese vergänglichen Schmuck-Architekturen betrachten heutige Historiker als den Beginn dessen, was sich später als Epoche in die Kulturgeschichtsbücher einschrieb, die sogenannte Rheinromantik. Sie wogte im Lauf des 19. Jahrhunderts durch alle Kunstgattungen und fand schließlich in den Wagner’schen Musik-Monumenten ihren stimmgewaltigen Höhepunkt.

Mit der visuellen und akustischen Opulenz einer Wagneroper hatten die ersten Holzbauten des Grafen Ostein freilich wenig gemeinsam. Ein bescheidenes Bauernhaus, eine Eremitage und einen Kohlemeiler – allesamt verträumte Kulissen, um eine Wildnis zu idealisieren und das vermeintlich schöne, einfache Leben nachzubilden, das der Hochadel in dieser Zeit so gerne nachahmte. Der Bauherr behielt sein Werk jedoch nicht eifersüchtig für sich, sondern wünschte sogar ausdrücklich, dass sein Förster den „auf den Niederwald kommende Fremden und Einheimischen mit aller Höflichkeit die Herrschaftlichen Gebäulichkeiten und Aussichten“ zeigen und sie durch den Wald begleiten solle. So schuf er eine Frühform des Rheintourismus, auf dessen Pfaden auch heutige Besucher des Niederwald wandeln.

Nächster Teil der Artikelserie:
Ein monumentaler Garten - Osteinscher Niederwald, Rüdesheim (Teil 2)

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Veröffentlicht am 11.08.2017

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