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Biografie eines königlichen Gartens - Schlosspark, Bad Homburg (Teil 3)

Vielfalt der Stile, Vielfalt der Gartenbereiche – im Homburger Schlosspark reihen sich wie Zimmer ganz unterschiedliche Arten der kultivierten Natur aneinander. Wer den Bereich des Obergartens und die unmittelbare Nähe zum Schloss verlässt und sich von Goethes Ruh aus Richtung Nordwesten hält, wird auf den großen Teich stoßen. Ursprünglich rechteckig angelegt, erhielt er seine heutige Form und Einbettung erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Etwa zu der Zeit, in der auch die Holländische Partie und die Rosenterrasse am Königsflügel entstanden.

Der Weg führt durch die Phantasie, einem Lusthain, in dem früher allerlei Hütten und auch ein chinesisches Teehäuschen zu finden waren. Das allerdings wurde in den 1930er-Jahren durch eine Holzhütte ersetzt. Der ursprüngliche Name des Teehäuschens „Tempel der Pomona“ erklärt sich durch die Nähe des Herrschaftlichen Obstgartens. Er gilt als der älteste Teil der gesamten Anlage. Tatsächlich deckten hier schon die mittelalterlichen Gärtner und Küchenchefs ihren Gemüsebedarf für die Burgbewohner. Seit der umfangreichen Neupflanzung im Jahr 2003 stehen an dieser Stelle heute Obstbäume in Reih und Glied, direkt vis-à-vis des Kastanienhaines. Auch der stellt eine Besonderheit dar, gilt er doch als die nördlichste Anpflanzung von Esskastanien (nicht zu verwechseln übrigens mit Rosskastanien). Ihre Pflanzung ordnete anno 1818 Landgräfin Elisabeth (1770-1840) an. Zwei dieser Bäume stehen heute noch. Hier stößt der Besucher wieder auf die Elisabethenschneise und die Tannenwaldallee, auf der heute auf dem ersten Projektabschnitt bereits wieder über 30 Säulenpappeln in die Höhe ragen. An ihr reihen sich Forst- und Hirschgarten und die Prinzengärten, von denen heute allerdings nur noch der Gustavsgarten erhalten ist. Er soll als klassischer Englischer Garten erhalten beziehungsweise rekonstruiert werden, was auch den Abriss der Klinik bedeutet.

Diese Maßnahmen gehören zu dem großangelegten Plan, die Landgräfliche Gartenlandschaft so weit als möglich wieder in ihren Ursprungszustand zurückzuversetzen und ihrer enormen kulturellen Bedeutung für die Geschichte der Gärten in Deutschland Rechnung zu tragen. Derzeit (Juli 2017) entsteht die historisch nachempfundene Umpflanzung des Brunnens mit Blattschmuckpflanzen in Töpfen, das Teehaus wird in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium saniert und der Obergarten auf die Wilhelminische Zeit abgestimmt – Hand in Hand mit der Rekonstruktion der Innenausstattung wohlgemerkt, denn Innen und Außen sollen bald wieder eine historische Einheit bilden, eine weitere Station auf der Zeitreise durch diese außergewöhnliche Gartenanlage.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Biografie eines königlichen Gartens - Schlosspark, Bad Homburg (Teil 2)

Bildgalerie


Veröffentlicht am 12.04.2018

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