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Biografie eines königlichen Gartens - Schlosspark, Bad Homburg (Teil 2)

Auch, wenn die Anfänge des Homburger Schlossparks in eine Zeit zurückreichen, in der noch gar kein Schloss stand, nämlich ins Mittelalter, so erlebte die Anlage mit dem Schlossbau um 1680 ihre erste gestalterische Prägephase. Während das herrschaftliche Barock-Gemäuer Stein für Stein in die Höhe wuchs, ließ Landgraf Friedrich II (1633-1708) vor dem Königsflügel eine Menge Erde aufschütten. Dieser Bereich, der Obergarten genannt wird und dessen ursprüngliche, typisch barocke formale Struktur heute noch erkennbar ist, wurde zum Dreh- und Angelpunkt für alle weiteren Pläne, die das Ensemble des Schlosspark Homburgs im Lauf der folgenden Jahrhunderte zu einer solche gärtnerischen Ausnahmeerscheinung machen.

An den Obergarten schließt sich heute die Holländische Partie an, die die gesamte Gartensaison über Besucher mit farbenfrohen Staudenbeeten erfreut. Auch die Orangerie ist an den Obergarten gekoppelt. Ebenfalls bereits Ende des 17. Jahrhunderts an der nördlichen Grenze des Plateaus errichtet, flankiert sie die Querachse des Gartens in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hofgärtnerhaus. Der Bau bezeugt allein durch seine anspruchsvolle Gestaltung, welchen Rang und welches Ansehen ein Hofgärtner seinerzeit genoss. Im gegenüberliegenden Gartenbereich glänzen seit 1998 wieder Teppichbeete, die im 19. Jahrhundert in keinem herrschaftlichen Garten fehlen durften. Stets den schmuckhaften Maßgaben der Ornamentik gehorchend, sollten sie von Ferne besehen einem Orientteppich gleichen – daher ihre Bezeichnung. Anders als in der Gestaltung moderner Staudenbeete, in denen auch die Höhenstaffelung und die räumliche Tiefe eine große Rolle spielt, bildet im Teppichbeet die einzelne Pflanze nur einen Tupfer innerhalb er leuchtenden Farbflächen und -bänder. Daher müssen alle Blüten oder das bunte Laub auf einer Höhe bleiben. Die Anlage und Pflege solcher Beete war früher aufwändig und kostspielig und ist es heute noch. Es zeugt von der denkmalpflegerischen Sorgfalt, dass sie heute wieder Bestandteil des Schlossgartens sind. Dank gut belegter Pflanzpläne und ausführlicher Sortenlisten schmücken sie den Obergaten heute wieder genau so, wie dazumal.

Dass der Humor auch im Garten nicht zu kurz kommt, belegt Goethes Ruh. Den Begriff prägten Homburger Bürger zur Bezeichnung eines alten Steinbruchs. Zum 50jährigen Jubiläum der Schlösserverwaltung wurde Mitte der 1990er-Jahre das symmetrisch angelegte Blumenrondell nach einer Aquarellzeichnung von Prinzessin Caroline vom Ende des 18. Jahrhunderts rekonstruiert. Der Prozess dauerte jedoch bis 2014 und fand mit der Eröffnung des neuen Gartenpavillons seinen erfolgreichen Abschluss.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Biografie eines königlichen Gartens - Schlosspark, Bad Homburg (Teil 1)

Nächster Teil der Artikelserie:
Biografie eines königlichen Gartens - Schlosspark, Bad Homburg (Teil 3)

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Veröffentlicht am 01.01.2018

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