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Außergewöhnliche Sammlung der Moderne - Neue Galerie, Museumslandschaft Hessen Kassel (Teil 3)

Die Beuys-Installation „The pack“, das Rudel, fand ebenfalls dank der documenta ihren Weg in die Neue Galerie. Joseph Beuys selbst hatte 1976 den ihm gewidmeten Raum mit einem alten VW-Bus und Schlitten eingerichtet, die sich scheinbar gegenläufig bewegen. Für seinen stolzen Besitzer, das Land Hessen, ist das Werk eine Herausforderung. Die verwendeten Materialen sind vielfältig: der Bus, Holzschlitten mit Lederriemen und Filz, Vitrinen, Zeichnungen und plastische Bilder. Zunächst als Leihgabe ausgestellt, konnte das Ensemble 1993 mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder angekauft werden.

„Die Arbeiten der Restauratoren an und mit den Objekten sind sehr vielfältig. Daher findet bei bestimmten Aufgabenstellungen ein intensiver Austausch mit entsprechenden anderen Disziplinen statt“, erklärt Julia Dummer, die Konservierung und Restaurierung mit dem Schwerpunkt Textil studiert hat. Im Fall des Rudels sind auch Biologen und Physiker gefragt. Denn die von Beuys verwendete Reißwolle ist bei Motten beliebtes Futter. „Der Umbau nach der documenta 14 gibt Gelegenheit für eine Stickstoffbehandlung, um dem Schädlingsrisiko zu begegnen.“ Dazu wird in der Neuen Galerie, direkt im Beuys-Raum, ein gasdichtes Zelt aufgebaut und die gesamte Beuys-Installation über mehrere Wochen einem Sauerstoffentzug ausgesetzt. Diese Prozedur ist giftfrei und unschädlich für die Kunst.

Eine solche intensive Behandlung ist im laufenden Ausstellungsbetrieb nicht möglich, da der Beuys-Raum eines der viel besuchten Highlights des Museums ist. Dann ist ein weniger eingreifendes Verfahren angezeigt. Monitoring-Maßnahmen zeigen einen eventuellen Schädlingsbefall an, und mit Hilfe winzig kleiner Nützlinge, einer Schlupfwespenart, die ein natürlicher Feind der Motten ist, werden die Schädlinge bekämpft. Die Schlupfwespe legt ihre Eier in die Motteneier und greift so erfolgreich die Schädlinge an. Das Verfahren ist erprobt und schadensfrei für Kunst und Menschen. Denn klar ist: Im öffentlichen Raum können mit Rücksicht auf Besucher und Mitarbeiter keine Giftstoffe eingesetzt werden. Julia Dummer ist auch mit Blick auf ihre eigene Gesundheit froh, dass heute nicht mehr mit Bioziden gearbeitet wird, sondern andere giftfreie Verfahren zur Verfügung stehen. Trotzdem weiß die Restauratorin: „Wir tun für den Erhalt der Museumsobjekte was möglich ist, aber auch Restauratoren können bei empfindlichen Materialien wie Filz nur bedingt gegen die Zeit arbeiten.“

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Außergewöhnliche Sammlung der Moderne - Neue Galerie, Museumslandschaft Hessen Kassel (Teil 2)

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Veröffentlicht am 22.02.2019

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