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Von der Quelle zum Fürstlichen Park - Staatspark Fürstenlager, Bensheim-Auerbach (Teil 1)

„Es war einmal ein Kurbad ... “ So könnte ein Märchen über den Staatspark Fürstenlager beginnen. Und wer ihn heute durchstreift, fühlt sich tatsächlich in eine Märchenkulisse versetzt. Die Anfänge seiner Entstehung sahen allerdings nicht sehr märchenhaft aus. Sie bestanden aus rotem, fettem, mineralischem Schleim, dem der Auerbacher Barbier und Oberschultheiß Georg Nikolaus Gerst im Jahr 1739 in der Gemarkung Roßbach auf den Grund ging. Er fand drei Quellen und ließ sie mit ein paar Brettern sichern. Bis aus dieser bescheidenen Ausgangslage ein Landschaftsgarten wurde, vergingen Jahrhunderte, in deren Verlauf sich Auerbach zum gut besuchten Badeort mauserte.

Ganz ohne Hindernisse verlief die Entwicklung zwar nicht – die Quelle verschlämmte und musste wieder freigegraben werden und zwischendurch sorgte auch der Siebenjährige Krieg für eine Zäsur – aber im Jahr 1766 wurde der Brunnen neu gefasst und ein Jahr später kam hoher Besuch. 1767 bequemte sich der Landgraf Ludwig VIII. zur Kur nach Auerbach, konsumierte reichlich vom Heilwasser, ordnete den Ausbau des Kurbades an und machte den Ort damit zur prominenten Sommerfrische. Östlich des Brunnens entstand das erste feste Bauwerk, ein Pavillon, in dem der Landgraf standesgemäß residierte. Als eine starke Dekade später, anno 1783, der Erbprinz Ludwig unter den Kurgästen weilte, hatte sich der Ruf des Wunderwassers gefestigt und Auerbach war längst als Kurort etabliert.

Auch wenn die Heilkraft des Wassers heute als eher gering eingeschätzt wird – der Erbprinz entwickelte eine ausgesprochene Vorliebe für den Gesundbrunnen. Und da er regelmäßig den Sommer hier verbrachte, erwarb er von den Auerbacher Bauern angrenzende Grundstücke für einen weitläufigen Garten nach der neuesten Gartenmode Europas – einen Landschaftsgarten. Erbprinz Ludwig ließ Lusthäuschen und Gedenksteine auf dem Gelände unterbringen und sie durch ein Alleennetz verbinden. Und noch etwas Besonderes sah sein Plan vor: Ackerbau und Viehzucht sollten nach dem englischen Vorbild der ornamental farm harmonisch mit Vergnügungseinrichtungen verschmelzen. Später entstand auch das malerische Dörfchen. Anders als andere Anlagen war es keine bloße Staffage für Schäferspiele und den Eskapismus des Adels. Die Herrschaften wohnten tatsächlich dort, umgeben von funktionierender Landwirtschaft und von einem wachsenden Park – bodenständige Landlust par excellence, die Besucher heute noch lebhaft nachempfinden können.

Nächster Teil der Artikelserie:
Von der Quelle zum Fürstlichen Park - Staatspark Fürstenlager, Bensheim-Auerbach (Teil 2)

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Veröffentlicht am 17.09.2017

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