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Manchmal leisten wir Erste Hilfe - Restaurierungswerkstatt, Museum Wiesbaden (Teil 3)

Das richtige Maß bei der Restaurierung zu finden, ist ein schmaler Grat. Im Mittelalter seien Kunstwerke mit der Intention geschaffen worden, für die Ewigkeit zu bestehen. Eine Fettecke von Beuys oder Ilya Kabakovs Roter Waggon hingegen stellen andere Ansprüche. „Wir können den Verfall herauszögern oder das Werk instand halten“, erklärt Unger, am besten im Dialog mit dem Künstler beziehungsweise seinen Erben sowie mit dem Besitzer des Werkes. „Nicht immer haben sich Künstler Gedanken darüber gemacht, wie ihr Werk altern soll“, ergänzt Bennke. „Dann bringen wir unsere Expertise ein und halten Rücksprache mit Kuratoren und anderen Restauratoren.“

Welche Kunstwerke in ihrer Werkstatt landen, wird neben „Erste-Hilfe-Fällen“ vor allem durch die Wechselausstellungen sowie den nationalen und internationalen Leihverkehr des Museums bestimmt. Gerade verpackt Bennke sorgfältig eine Skulptur, um sie auf die Reise zu schicken. Dem Verleih eines Kunstwerkes geht eine umfangreiche Korrespondenz der Kuratoren voraus. Dabei haben die Restauratorinnen ein gewichtiges Wort mitzureden: Sie beurteilen, ob ein Kunstwerk ausleihfähig ist – also ob es die Belastungen eines Transportes unbeschadet überstehen kann und ob es sich in einem präsentablem Zustand befindet.

An den Gemälden selbst Hand anzulegen, ist immer ein besonderer Akt – das empfinden alle Restauratorinnen so. „Jeder einzelne Handgriff, jede gewählte Textur ist wohl überlegt“, erklärt Bennke. So werden Farben, Materialien und Strukturen zunächst an „Dummies“ erprobt, bevor sie auf das Original aufgebracht werden. Erst wenn eine Textur alle nötigen Anforderungen erfüllt und vor dem kritischen Urteil des Teams Bestand hat, kommt sie am Original zum Einsatz. Überhaupt sei die Teamarbeit wichtig, um für jeden einzelnen Fall die beste Lösung zu finden – und um ständig voneinander zu lernen. Dazu stehen die Wiesbadner Restauratorinnen auch im Kontakt mit anderen Museen sowie einem Fachkreis ihres Berufsstandes.

Klar ist, dass bei einer so großen Bandbreite der Sammlungen nicht jedes Kunstwerk dem eigenen Geschmack entspricht. Wie ist es, ein Objekt zu restaurieren, das man nicht mag? Linda Schmidt, schüttelt den Kopf, während sie mit ihren Kolleginnen ein Gemälde mit floralem Motiv begutachtet. „Das weiß ich nicht. Ich finde immer etwas Faszinierendes an den Werken.“

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Manchmal leisten wir Erste Hilfe - Restaurierungswerkstatt, Museum Wiesbaden (Teil 2)

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Veröffentlicht am 17.05.2018

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