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Manchmal leisten wir Erste Hilfe - Restaurierungswerkstatt, Museum Wiesbaden (Teil 1)

„Manchmal leisten wir Erste Hilfe“, erklärt Ines Unger, die seit 23 Jahren als Restauratorin des Museums Wiesbaden Gemälde und Skulptur pflegt. „Fallen bei einer Sichtkontrolle beispielsweise lose Farbschollen auf, holen wir das Werk zu uns.“

„Zu uns“ bedeutet in die Restaurierungswerkstätten für Gemälde und Skulptur des Museums. Die großen Räume in dem von Theodor Fischer entworfenen Gebäude bieten dank flächiger Fenster und spezieller Beleuchtung ein Tageslichtspektrum, das sowohl für die Schadensanalysen als auch für Retuschen wichtig ist. Gerade prüft die dunkelhaarige Frau mit kritischem Blick Quadratzentimeter für Quadratzentimeter eines Frauenportraits ab. Jede Beschädigung und jedes Zeichen von Alterung, das ihr bei der Analyse auffällt, überträgt Unger auf ein DIN-A-4-großes Abbild des Gemäldes. Solche Zustandsprotokolle füllen reihenweise Aktenordner, ebenso gibt es digitale Schadenskartierungen. „Wir folgen dabei einem akribischen System internationaler Standards“, erklärt Unger und zieht einen Ordner aus dem Regal. „Jeder Eingriff muss genau bedacht sein. Alles, was wir hinzufügen, muss später rückgängig gemacht werden können, um den Originalzustand des Werkes wiederherzustellen“, erklärt sie die „Reversibilität“ ihrer Arbeit, die für den Werterhalt von Gemälden und Skulpturen unverzichtbar ist.

Die Wiesbadener Sammlungen umfassen Werke aus dem Mittelalter bis hin zur zeitgenössischen Kunst – eine Bandbreite, die nicht nur Museumsbesuchern, sondern auch den Restauratorinnen viel Abwechslung beschert. Die Sammlungen gehen auf bürgerliches Engagement des frühen 19. Jahrhunderts zurück. Zudem hatte Johann Wolfgang von Goethe, der aus Stein am Aufgang des rund 100 Jahre alten Museumsbau verewigt ist, bei einem Aufenthalt in der Kurstadt den Erwerb von Kunstwerken, Altertümer und Naturalien angeregt. Daraus entstanden drei Museen, die unter anderem für die Kunst stattliche Sammlungen erwarben. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden bedeutende Gemälde von Künstlern wie Jawlensky und Klee verbannt, dafür kamen andere Werke – darunter bedeutende Barock- und Renaissancegemälde – ins Haus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Sammlungen wieder eingerichtet und dem Land Hessen übereignet. Seit dem Jahr 1973 sind sie im Landesmuseum Wiesbaden untergebracht, das zwischen 1995 und 2013 komplett saniert wurde.

Nächster Teil der Artikelserie:
Manchmal leisten wir Erste Hilfe - Restaurierungswerkstatt, Museum Wiesbaden (Teil 2)

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Veröffentlicht am 13.03.2017

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