Imposante Burganlage in traumhafter Umgebung - Burg Breuberg (Teil 2)
Wahrscheinlich wurde die Burg Breuberg um das Jahr 1200 von der Reichsabtei Fulda gegründet, um ihre Besitztümer im Odenwald zu sichern. Zu den ersten Bauten aus heimischem Sandstein, die heute noch erhalten sind, zählen der Bergfried und ein spätromanisches Portal. Mangels männlicher Nachfahren zerfiel der Besitz der Herren von Breuberg bereits 1323 und ging an unterschiedliche Adelsgeschlechter. Bis ins Jahr 1497 brachten die Grafen von Wertheim die Burg vollständig in ihren Besitz. Es begannen fünf Jahrzehnte reger Bautätigkeit, bei der unter anderen die Befestigung an neue Waffensysteme angepasst wurden und das Wertheimer Zeughaus entstand.
Die Burg wurde im späten Mittelalter zu einer Festung gegen fremde Besitzansprüche, beispielsweise der Landgrafen von Hessen, der Mainzer Erzbischöfe und der Kurpfalz. Wer den 25 Meter hohen Bergfried besteigt, blickt südlich über den Zwinger nach Neustadt, westlich über Gebäude der fünfeckigen Kernburg, über die Vorburg und den Fuchsgraben hinweg bis zur vorgelagerten „Schütt“, wo unter anderem das Erbacher Zeughaus untergebracht ist. Seit dem Jahr 2014 nimmt dort das Standesamt der Stadt Breuberg Trauungen vor. „Die vielen alten Stühle haben wir von überallher für diesen Raum zusammengetragen“, berichtet Ludwig Eckhardt. „Für viele Breubergerinnen und Breuberger war es ein lang gehegter Traum, auf der Burg heiraten zu können.“
Der Brunnen gehört ebenso wie die Kapelle zur Kernburg und reicht 85 Meter in die Tiefe – die Grafen von Wertheim hätten ihn in Auftrag gegeben, den Abschluss der Arbeiten 1560 jedoch nicht mehr erlebt. Das hölzerne Schöpfwerk, das heute als Nachbau zu sehen ist, stammt aus der gleichen Zeit. Dazu gehörte ein Tretrad, das mit Zahnrad-Übersetzung den Wellbaum für das Schöpfseil antrieb. Doch bereits im 17. Jahrhundert lieferte der Brunnen nicht mehr ausreichend Wasser.
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Veröffentlicht am 16.04.2018
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