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Gartengeschichte der Superlative - Schlosspark Wilhelmshöhe, Kassel (Teil 1)

Mit seinen wildromantischen Landschaftseindrücken, monumentalen Wasserspielen und einem enormen Pflanzenreichtum zählt der Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel zu den bedeutendsten fürstlichen Gartenanlagen Deutschlands. 300 Jahre Gartengeschichte haben ihre Spuren auf einer Fläche von etwa 550 Hektar hinterlassen. Damit ist er der größte Bergpark Europas. Seit 2013 gehört er zum UNESCO Weltkulturerbe. Seinen Namen verdankt das Meisterwerk der Gartenkunst Landgraf Wilhelms IX., des späteren Kurfürsten Wilhelm I. (1743-1821). Er ließ mit großem Aufwand die ursprünglich barocke Anlage zum Landschaftsgarten nach englischem Vorbild umformen. Im Lauf des 19. und 20. Jahrhundert veränderte sich strukturell nur wenig, doch ohne die zugleich behutsamen wie konsequenten denkmalpflegerischen Maßnahmen – heute unter der Regie der Museumslandschaft Hessen Kassel – hätte der Park seine Klasse längst eingebüßt.

Trotz seiner Wurzeln, die weit in die formalen Epochen der Gartengeschichte zurückreichen, beherrscht der Einfluss der Landschaftsmalerei des 18. Jahrhunderts den Park optisch bis heute. Der Architekt Heinrich Christoph Jussow (1754-1825) plante und setzte für den ambitionierten Landgrafen mit ungeheurem Aufwand nicht nur pittoreske Szenerien um, er entwarf auch die zugehörige Staffage wie die Löwenburg, die Teufelsbrücke und den Fontänenteich, außerdem Schluchten, Grotten, eine malerische Roseninsel und das Aquädukt. Anklänge ans Altertum gehörten zwar in den Gärten des 18. Jahrhunderts zur üblichen Gestaltung und stellten nichts Besonderes dar, aber Umfang und Größe dieser Elemente sind herausragend in Europa

So wurde das Gelände um Schloss Wilhelmshöhe über die Jahrhunderte zu einem Garten der Superlative. Sogar Besucher, die den Bergpark und die regelmäßig stattfindenden Wasserspiele gut kennen, entdecken immer wieder Überraschendes, denn er bietet rund ums Jahr spannende Eindrücke und Ausblicke. Vom 1. Advent bis zum 1. Mai zieht es viele Pflanzenfreunde ins Große Gewächshaus (montags geschlossen). Die Eisen-Glaskonstruktion gehört zu den frühesten ihrer Art in Deutschland und beherbergt eine Vielfalt exotischer Pflanzen, wie Palmen, Bananen und Bromelien, von denen einige den Sommer unter freiem Himmel im Park verbringen. Vor allem blühende Kamelien, aber auch farbenfrohe Frühjahrsblüher erfreuen in den kalten Monaten die Herzen der Besucher.

Nächster Teil der Artikelserie:
Gartengeschichte der Superlative - Schlosspark Wilhelmshöhe, Kassel (Teil 2)

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Veröffentlicht am 05.04.2019

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