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Die Wand als Spezialgebiet - Schloss Wilhelmsthal, Museumslandschaft Hessen Kassel (Teil 3)

In Kassels Innenstadt liegen tausende Tapeten von der Art, wie sie auf Schloss Wilhelmsthal zu finden sind. Das dortige Tapetendepot ist ein Streifzug durch die Geschichte des Wandschmucks. Es ist ein besonderer historischer Ort, der versteckt liegt in Kassels Innenstadt. Hier lagern Tapeten-Schätze, die teilweise noch aus dem 16. Jahrhundert stammen. 1923 wurde das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel gegründet, seit dem sammeln sie dort. Nach herben Verlusten im zweiten Weltkrieg ist der Bestand danach wieder stetig gewachsen, bis es heute eine der größten Sammlungen ihrer Art ist. Sie umfasst etwa 23.000 Tapeten aus den verschiedensten Epochen. In dem halbdunklen Raum mit den Neonlampen an den Decken, sind die Fenster mit Plastikfolie zugeklebt. Gegen den Schmutz und auch hier natürlich gegen die Sonne, die erbittertste Feindin der Farben auf den Wandschmuckstücken. Sie sind hier auf Ziehrahmen aufgehängt, die Kallaste einen nach dem anderen herauszieht und zeigt. Sie geht dabei sehr vorsichtig vor, immerhin arbeitet sie hier mit den wertvollsten Exponaten, die das Depot zu bieten hat.

Ein besonderer Schatz, neben den Tapeten mit Blumen- und Pflanzenmustern, sind Panoramatapeten; ein ganz besonderes Stück Tapetengeschichte. Sie zeigen historische Landschaften, Szenen aus der Mythologie. Mehr als 30 der wertvollen Stücke lagern hier. Die Panoramatapeten sollen „einen besonderen Teil der Ausstellung bilden“, sagt Kadri Kallaste, als sie einen der Ziehrahmen herauszieht. Es kommt eine Tapete zum Vorschein, die einen Tempel im griechischen Stil zeigt. Auf den ersten Blick sieht das nicht aus, wie eine Tapete, eher vielleicht wie ein Gemälde. Ein Kunstwerk. Und das sind sie auch, wenn man sich überlegt, dass all diese Tapeten von Hand hergestellt worden sind. Doch es ist die Zeit, die auch von ihnen ihren Tribut fordert. An manchen Stellen ist die Farbe verblasst, das Papier angegilbt oder gebrochen. Das ist eine Aufgabe für die Restauratorin Kallaste. Sie ist dafür zuständig, die Tapeten für die neue Dauerausstellung zu restaurieren. In ihrer Werkstatt in Kassels Innenstadt geht sie dieser Aufgabe nach, mit einem Blick fürs Detail und feinem Werkzeug. Am Ende sollen die Tapeten aussehen wie neu. Dr. Astrid Wegener, die Leiterin des Tapetenmuseums, hingegen ist verantwortlich für das Konzept der Ausstellung und die wissenschaftliche Betreuung der Sammlung. Doch warum eigentlich? Tapeten erscheinen auf den ersten Blick fast trivial. Diese Tapeten hier in Kassel sind so besonders, dass es eine von ihnen sogar aus der Manufaktur im Elsass bis ins Weiße Haus in Washington, D.C. geschafft – „Ansichten von Nordamerika“, der Neuen Welt, hergestellt in der Alten Welt. Wann auch die Besucher des Tapetenmuseums dieses Exemplar bewundern können, ist noch nicht ganz klar. „Wir hoffen, dass wir zum 100. Jahrestag des Museums wieder eröffnen können“, sagt Dr. Astrid Wegener. Der Museumsneubau ist derzeit in Vorbereitung.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Die Wand als Spezialgebiet - Schloss Wilhelmsthal, Museumslandschaft Hessen Kassel (Teil 2)

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Veröffentlicht am 01.03.2019

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