Lädt…
twitter facebook mail play
GeschichtenInterview

Der Leiter der Museumslandschaft Hessen Kassel über die Figur des Herkules

  Zurück zur Übersicht

Der Welterbetitel als kulturhistorische Anerkennung - Interview mit Prof. Dr. Küster (Teil 3)

Herkules fehlt in der Darstellung jedes Pathos, er steht sogar relativ bescheiden da. Ist es dieser Bruch, der die Figur so anziehend macht?
Ja, und er wirkt trotzdem nicht am Ende seiner Kräfte. Herkules als Figur steht für Kraft, Energie und Entschlossenheit. Er wird allerdings bereits über viele Jahrhunderte immer wieder in einer in sich gekehrten Haltung aufgefasst, wie auch bei unserem nachgebildeten Herkules Farnese: Die Heldentaten liegen hinter ihm, er hat die Äpfel sinnbildlich als Früchte seiner Arbeit in der Hand, stützt sich auf seine Keule und geht seinem nächsten Abenteuer entgegen. Sein Körper ist eine einzige Muskellandschaft, deren Energie in dieser Haltung nicht freigesetzt wird. Und er hält die Äpfel, die Unsterblichkeit verheißen, hinter seinem Rücken und prahlt damit nicht. Die Symbolik seiner Haltung ist verbunden mit einer Siegeszuversicht, und damit lässt sich seine große Strahlkraft auf die Menschen erklären.

Der Bergpark mit seinem Wasserspiel und dem übergroßen Herkules an der Spitze ist ein Manifest der Ära des europäischen Absolutismus. Wie lässt sich dies kulturhistorisch einordnen?
Die Epoche des europäischen Absolutismus ist aus politischer Sicht eine unvertretbare Staatsform – undemokratisch und alleinherrschend –, doch war sie auch Nährboden für kulturelle Höchstleistungen. Kunst und Kultur, wie wir sie hier bei uns in dieser Ausprägung erleben, brauchten leider oft auch Hierarchien wie die des Absolutismus. Der Bau eines Schlosses wie das in Versailles würde in unserer heutigen Demokratie möglicherweise nur wenige Anhänger finden, aber seine Architektur inspirierte über die Jahrhunderte eine ganze Reihe von Bauherren und steckt heute in vielen kulturhistorisch wertvollen Einrichtungen.

(Herr Prof. Dr. Bernd Küster ist seit 1. Februar 2018 im Ruhestand)

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Der Welterbetitel als kulturhistorische Anerkennung - Interview mit Prof. Dr. Küster (Teil 2)

Bildgalerie


Veröffentlicht am 15.02.2018

Bei Twitter teilen?

Mit dem Anklicken dieses Links verlassen Sie die Webseite Kultur in Hessen und werden auf das Internet-Angebot des Netzwerks Twitter weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass dabei persönliche Daten übermittelt werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bei Twitter teilen

Bei Facebook teilen?

Mit dem Anklicken dieses Links verlassen Sie die Webseite Kultur in Hessen und werden auf das Internet-Angebot des Netzwerks Facebook weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass dabei persönliche Daten übermittelt werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bei Facebook teilen

Bereit für Facebook?

Mit dem Anklicken dieses Links verlassen Sie die Webseite Kultur in Hessen und werden auf das Internet-Angebot des Netzwerks Facebook weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass dabei persönliche Daten übermittelt werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Zu Facebook

Bereit für Youtube?

Mit dem Anklicken dieses Links verlassen Sie die Webseite Kultur in Hessen und werden auf das Internet-Angebot des Netzwerks YouTube weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass dabei persönliche Daten übermittelt werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Zu Youtube

Bereit für Instagram?

Mit dem Anklicken dieses Links verlassen Sie die Webseite Kultur in Hessen und werden auf das Internet-Angebot des Netzwerks Instagram weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass dabei persönliche Daten übermittelt werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Zu Instagram