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Antikensehnsucht, Jagdgeschichte und Elfenbeinkunst - Schloss Erbach (Teil 1)

Es ist, als betrete man eine Zeitkapsel. Grünes Licht fällt träge durch die alten Fenster, versetzt die Szenerie in eine surreale Stimmung.

Ritterrüstungen auf Pferden, die zu galoppieren scheinen mit gesenkter Hellebarde wie bei einem Turnier. Schwerter, Helme, Schilde, und Gewehre, viele Gewehre, kunstvoll verziert. Vorderlader, Hinterlader, die Schäfte mit feinsten Elfenbeineinlagearbeiten oder silbernen Mustern verziert, eine riesige Anzahl sauber aufgereiht, poliert und nach Gattungen sortiert, fast wie ein Lexikon der Waffenkunde. Die Rüstungen gehörten einst berühmten Männern: Götz von Berlichingen zum Beispiel. Der Saal soll eigentlich wie ein gotischer gemauerter Raum aussehen, in Wirklichkeit ist aber die Decke komplett aus Holz.

Schloss Erbach wirkt, als sei die Zeit wahrhaftig stehen geblieben. Der Eingang ist nicht der einzige Teil des Schlosses, der das Gefühl vermittelt, als wären Graf Franz I. und seine Nachfahren erst vor kurzer Zeit hier ausgezogen, als sei das Schloss erst vor einigen Tagen geräumt worden und als sei einfach alles zurückgelassen worden. Der Rittersaal mit seinen Rüstungen, die Waffensammlung, die Audienzzimmer mit der Antikensammlung, das Schlafzimmer, in dem das Bett fehlt – alles sieht aus wie auf seinem rechten Platz stehend. Und alles wirkt im ersten Moment irgendwie zusammengewürfelt. Was es nicht ist. Denn vielmehr steht man vor der Sammlung eines Forschers, der das hier gesammelte Wissen und die Schätze an seine Untertanen weitergeben wollte. Dr. Anja Kalinowski, die selbst sagt, dass sie das „Privileg“ hat, hier forschen zu dürfen, sagt auch: „Franz hat uns so viel mit auf den Weg gegeben. Wir müssen das nur noch verstehen.“

Verstehen und weitergeben, das ist es auch, was sie noch heute in Schloss Erbach wollen, ganz in der Tradition des Grafen. Besucher dürfen die Sammlung antiker Büsten in den ehemals auch schon öffentlich zugänglichen Räumen bestaunen, auf denen so bedeutende Namen wie Herodot stehen. Oder Nero. Oder Hadrian.

Es ist Franz, der hier in jedem Raum dominiert, obwohl er lange nicht der letzte Graf war, der hier lebte. Frau Dr. Kalinowski spricht von ihm, als würde sie ihn persönlich kennen. Ihn, dessen Geschichte sie hier erforschen darf. Hier, in der Zeitkapsel von Schloss Erbach, in dem sich Geschichte wie untere einem Brennglas verdichtet.

Nächster Teil der Artikelserie:
Folgt in Kürze.

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Veröffentlicht am 05.10.2018

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