Inszenierung des höfischen Lebens - Schloss Bad Homburg (Teil 3)
Nach dem Tod des Landgrafen 1829 lebte die Landgräfin noch 11 Jahre mit ihrem kleinen Hofstaat abwechselnd in Homburg und in Frankfurt. Sie reiste einige Male nach London und hielt sich häufiger am Hofe ihres Lieblingsbruders Adolphus Friedrich in Hannover auf. Die Verbindung der Königshäuser auf der Insel und dem europäischen Festland war seit Generationen eng: Prinzessin Elizabeth ist die dritte Tochter des britischen Königs Georg III. und dessen Ehefrau Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz.
Der Rundgang durch das Schloss zeigt, welchen Einfluss Eliza auf das höfische Leben in Homburg hatte. Bereits als junge Frau hatte sie in London mit Künstlern Kontakt. Dort genoss sie eine Ausbildung als Zeichnerin und Grafikerin. Ihr Talent ist anhand einiger Kunstwerke im „Englischen Flügel“ zu bewundern. Dazu zählen die Bemalung eines Stuhlbezugs, aufwendige Lackmalereien sowie Alben mit Zeichnungen.
Nicht nur das Schloss selbst prägte die Britin im zeitgenössischen Stil, sondern auch dessen weitläufige Gärten. Die beiden Zedern vor der Rosenterrasse stammen aus den berühmten Royal Botanic Gardens in Kew. Die Gartenliebhaberin veranlasste zahlreiche Pflanzenlieferungen von der Insel auf den Kontinent und setzte den Ausbau des Schlossparks im Stil eines englischen Landschaftsgartens weiter fort, den bereits ihre Schwiegereltern in den 1770er Jahren begonnen hatten. Die Liste ihrer Verdienste in der Landgrafschaft ist lang: Sie ließ Straßen anlegen, ermöglichte den Bau des Gotischen Hauses und kümmerte sich um die Restaurierung und den Umbau des Homburger Schlosses. Nach einem langen, erfüllten Leben starb die Landesfürstin 1840 in Frankfurt und ist in der Gruft des Bad Homburger Schlosses beigesetzt.
Vorheriger Teil der Artikelserie:Inszenierung des höfischen Lebens - Schloss Bad Homburg (Teil 2)
Bildergalerie
Veröffentlicht am 06.03.2018
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