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Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte - Kloster Lorsch (Teil 3)

Die Kräuterkunde, genauer gesagt Kräuterheilkunde, erlebt in den vergangenen Jahren ein beispielloses Revival. Sie hat auch im Kloster Lorsch tiefe Wurzeln. Sie gehen zurück auf einen Abt mit dem einprägsamen Namen Walahfrid Strabo. Der wirkte zwar nicht in Lorsch, sondern stand von 838 bis 849 dem Kloster Reichenau vor, aber er hat dort nicht nur Kräuter gepflanzt, gepflegt und genutzt, sondern sie in seiner Schreibstube auch schriftlich verewigt. Sein berühmtes Werk De cultura hortorum, in Fachkreisen auch nur kurz Hortulus genannt, gilt als das erste Lehrbuch in Sachen Gartenbau und beschreibt immerhin 24 Kräuter und Zierpflanzen. Nach diesem Werk legte der Heimat- und Kulturverein Lorsch auf dem Klostergelände schon vor vielen Jahren einen ersten Kräutergarten an.

Seit dem Jahr 2000 gibt es einen zweiten, der sich hinter der Zehntscheune erstreckt. Wer dem mittelalterlichen Kräuterwissen dort nachspüren möchte, kann das auf barrierefreien Wegen tun, die selbst dann genug Raum bieten, wenn mehrere Rollstuhlfahrer gleichzeitig im Kräutergarten sind. Um das zu erreichen, hat das Berliner Landschaftsplanungsbüro Topotek 1 die Kräuterpflanzung in eine strenge Beetstruktur unterteilt, getrennt durch Trockenmauern und verbunden durch flache Rampen. Die 150 Heilpflanzen, die hier gedeihen, blicken auf eine stolze, geschichtlich bedeutsame Vergangenheit zurück, weil sie auf ein sehr prominentes Schriftstück zurückgehen: Das im 8 Jahrhundert verfasste Lorscher Arzneibuch. Seit dem Jahr 2013 gehört dieses bedeutende Lehrwerk zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. In diesem Buch sind Heilrezepte vereint, die als der Beginn der modernen Medizin in der westlichen Welt gelten.

Aber nicht nur die einschlägig bekannten Kräuter finden in dem bedeutenden Kodex Erwähnung, sondern auch eine besondere Schönheit unter den Gartenpflanzen: die Pfingstrose. Es war daher nur konsequent, dass der Heimat- und Kulturverein Lorsch e.V., der auch den Kräutergarten ehrenamtlich pflegt und mit betreut, sich intensiv mit dieser alten Arzneipflanze beschäftigt. Eine besondere Interessengruppe pflegt daher auch einen Pfingstrosengarten in der Nähe, in dem zur Hauptblütezeit Mai und Juni die berauschend duftenden Blüten ihren Charme versprühen.

Vorheriger Teil der Artikelserie:
Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte - Kloster Lorsch (Teil 2)

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Veröffentlicht am 03.05.2018

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