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Erbe des Römischen Reiches - Römerkastell Saalburg – Archäologischer Park (Teil 1)

Wer die Saalburg von Süden her durch die Porta Praetoria betritt, passiert Kaiser Antoninus mit zum Gruß erhobenem Arm. Seit mehr als einem Jahrhundert ziert der bronzene Römer den Haupteingang der Saalburg, die auf dem Taunuskamm nordwestlich von Bad Homburg vor der Höhe im Wald liegt. Diesen Standort wählten die Römer vor nahezu 2.000 Jahren, um ein Kastell für eine rund 500 Mann starke Infanterie-Einheit zu errichten. Der Auftrag an die Kohorte lautete: einen Abschnitt des obergermanisch-raetischen Limes sichern. Heute zählen Funde des Grenzwalls zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Land Hessen hat das rekonstruierte Kastell mit seiner ausgedehnten Innenbebauung, der umfangreichen Sammlung römischer Originalfunde sowie einem archäologischen Park zu einem Ort entwickelt, der Besucher auf vielfältige Weise mit der römischen Kultur vertraut macht.

Fast wäre das ehemalige Kohortenkastell in Vergessenheit geraten. Bis weit in die Neuzeit hinein diente die Ruine der Saalburg als Steinbruch für Bauten wie der Kirche des Klosters Thron bei Wehrheim. Im Jahr 1818 stoppte Landgraf Friedrich V. von Hessen-Homburg den Steinraub, sein Nachfolger Friedrich VI. kaufte die Anlage und stellte sie gänzlich unter Schutz. Um die Jahrhundertwende wuchs das Interesse am Erbe des Römischen Reiches: Der Verlauf des Limes und die Standorte der Kastelle waren Gegenstand intensiver Forschung. Schließlich veranlasste Kaiser Wilhelm II., die Saalburg auf Grundlage der umfangreichen Ausgrabungsfunde zu rekonstruieren. Heute ist es das am vollständigsten errichtete Kastell am Limes und bildet mit dem Saalburgmuseum eine der bedeutendsten Forschungseinrichtungen zur provinzialrömischen Archäologie.

Genau dieses Thema, die Wissenschaft über das Leben der Römer in den eroberten Provinzen, hatte Karin Verbis-Glasbrenner als Studienfach gewählt. „Alte Burgen, Schlösser und Karten haben mich schon als Kind fasziniert“, erzählt die in dunkelblaues Tuch gewandete Frau, während sie an ihrem Lieblingsplatz in der Nähe der Porta Decumana, dem hinteren Lagertor, sitzt. Heute ist sie Museumspädagogin an der Saalburg und trägt wie viele Protagonisten auf dem Gelände Kleidung und Schmuck im Stil der Römerzeit. Bei besonderen Veranstaltungen wie dem „Römermarkt“ können Besucher selbst in die Rolle der ehemaligen Burgbewohner schlüpfen und sich über militärische Gebräuche informieren.
Vermutlich war im Kastell eine Auxiliar-Einheit stationiert. Es handelte sich also nicht um römische Bürger, sondern um eine Hilfstruppe, die sich aus Rekruten verbündeter Völker oder Einwohnern der Provinzen zusammensetzte.

Nächster Teil der Artikelserie:
Erbe des Römischen Reiches - Römerkastell Saalburg – Archäologischer Park (Teil 2)

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Veröffentlicht am 22.03.2019

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