Tête-à-Tête von Natur und Kultur - Staatspark Wilhelmsbad, Hanau (Teil 1)
Natur und Kunst im Einklang, das erleben die Gäste des ehemaligen Kurbads noch heute. Die spätbarocke Gebäudereihe durchzieht als Mittelachse die Anlage – steinerne Zeugen eines Zeitalters der strengen Symmetrien. Wie ein Gegenentwurf umschließt dagegen die Parkanlage dieses architektonische Rückgrat. Natürliche Schwünge, künstliche Aufschüttungen, sanfte Hügel und ein großer Teich mit begehbaren Inseln bilden eine liebliche Landschaft; ganz im Sinne der Gartenmode, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von England aus das europäische Festland eroberte.
In der Nähe des Fürstenbaus, hinter dem sogenannten „Langen Bau“, steht eine 220 Jahre alte Platane. Wer heute unter ihr hindurchspaziert, kann sich vorstellen, wie es sich damals angefühlt haben muss, als der Hausherr, Graf von Hanau, noch hier flanierte (ab 1785 herrschte er als Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel und wurde 1803 zum Kurfürst Wilhelm I. erhoben). Er sorgte dafür, dass in Hanau nach der Entdeckung mineralhaltiger Heilquellen ein Kurbad errichtet wurde, mitsamt einem Landschaftspark von 28,9 Hektar Fläche und zahlreichen Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten für die Kurgäste. Sie sollten auf ihren Spaziergängen unterschiedliche Empfindungen erleben, zwischen Heiterkeit und Melancholie.
In den heutigen Zeiten von Baggern und Kränen kann man sich kaum mehr vorstellen, welch ein Aufwand die Anlage eines künstlichen Teiches zur Zeit Wilhelms bedeutet hat. Der Spitzberg etwa, heute Schneckenberg genannt, wurde aus einem Teil des Aushubs gebildet – von Hand, versteht sich. Wer hinaufgewandert ist, wurde belohnt durch attraktive Ausblicke auf die Landschaft jenseits des Parks bis nach Hanau, und wer heute dem spiralförmigen Weg folgt, kann dieser historischen Aussicht noch nachspüren.
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Published on 27.09.2019
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