Imposante Burganlage in traumhafter Umgebung - Burg Breuberg (Teil 3)
Mehr als drei Jahrhunderte lang teilten sich die Grafen von Erbach und die Fürsten von Löwenstein-Wertheim die Burg. Insbesondere Graf Johann Casimir von Erbach (1584-1627) modernisierte sie. War sein Vater noch ein gelernter Ritter gewesen, wurde der junge Mann auf Reisen geschickt und sehr breit ausgebildet. Insbesondere aus Frankreich und Italien brachte der Adelige moderne und höfische Gepflogenheiten mit nach Hause. So fand die Renaissance Einzug in den Odenwald - heute noch zu bewundern ist das Residenzgebäude, das Graf Johann Casimir von Erbach 1613 zwischen Kern- und Vorburg errichten ließ und das nach ihm benannt ist. Auch eine Inschrift über dem Portal weist auf dem Erbauer hin.
Der Marstall im Untergeschoss des Gebäudes diente ursprünglich als Pferdestall. Heute sind in dem Raum mit dem eindrucksvollen Gewölbe wertvolle Sandsteinarbeiten und altes Handwerk ausgestellt. Der darüber liegende Festsaal ist reich mit Bildern aus der antiken Mythologie ausstattet, die an vielen Stellen aus der Decke heraustreten und sehr plastisch wirken. Die wertvolle Stuckdecke zeigt einen Zug antiker Götter und Sagengestalten sowie die Wappen der Ahnen des Hausherrn. Die Stuckaturen zählen zu den bedeutendsten Arbeiten der Spätrenaissance und des Manierismus im süddeutschen Raum.
Mit dem 30-jährigen Krieg brachen unüberwindbare konfessionelle Konflikte auf – die protestantischen Erbacher und katholischen Löwensteiner bekämpften sich bis 1648. Beide Familien erhielten schließlich gleiche Teile an der Burg. Doch diese verlor in der Neuzeit ihre Bedeutung als Herrschaftssitz. Nach 1800 wurde sie unter anderem als Kreisverwaltung und sogar als Spielzeugfabrik genutzt. Schon 1919 zieht die erste Jugendherberge in Hessen in die Burg ein. Zur Zeit des Nationalsozialismus diente sie als Unterkunft für Zwangsarbeiter. Heute gehört die Burg Breuberg dem Land Hessen, und nicht nur die Gäste der beliebten Jugendherberge tauchen gerne in die reiche Vergangenheit der ehrwürdigen Mauern ein – und genießen die weite Aussicht.
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Published on 16.04.2018
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